13.02.2019

Zähne und Kiefer

Unser Zähne und der Kiefer stehen komplex mit dem restlichen Körper in Verbindung

Zähne und Kiefer

 

Unser Körper ist ein sehr komplexes Gebilde, welches auf vielfältige Weise vernetzt und verbunden ist. Ein sehr wichtiger, aber in der Manualtherapie häufig unterschätzter Bereich, ist der Kiefer mit Kiefergelenken und Zähnen.
Unsere Zähne sitzen fest im Ober- und Unterkiefer, während unsere Kiefergelenke zwischen dem Unterkiefer und den Schläfenbeinen liegen. Daher wird es als sekundäres Kiefergelenk bezeichnet (da Ober- und Unterkiefer nicht direkt miteinander verbunden sind).

Zwischen beiden Gelenkspartnern befindet sich ein sog. Diskus, welcher ähnlich einer Bandscheibe ist. Vom Schläfenbein aus enstpringen unsere Kaumuskeln. Unsere Mundöffner befinden sich im Mundboden und dem vorderen Halsbereich.

Das Kiefergelenk, welches stark vom gesamten Mundraum beeinflusst ist, liegt dicht an den Kopf-Hals-Gelenken und hat einen großen Einfluss auf das Haltungssystem des Menschen. Dies gilt auch umgekehrt.

So kann es z.B. als Folge einer Schiefstellung des Beckens zu einer leichten Fehlhaltung des Kopfes kommen. Dadurch wird bei jeder Mundöffnung oder Kaubewegung eine Seite des Kiefergelenkes mehr beansprucht.
Dies kann zu einer erhöhten Abutzung, Verspannungen der Kaumuskulatur und des Schulter-Nacken-Bereiches, zu Kopfschmerzen und auf Dauer auch zu einer Kiefersperre führen.

Andersherum kann durch z.B. eine schlecht sitzende Zahnfüllung oder Krone die Bissebene des Menschen etwas schief werden. Hier kommt es zum einen zu einer Mehrbelastung eines Kiefergelenkes, zum anderen aber auch zu einer kompensatorischen Ausgleichshaltung des Kopfes. Dies kann über die Kopf-Hals-Gelenke die gesamte restliche Wirbelsäule und über das Nervensystem auch die Organe beeinflussen. Mögliche Folgen können, Kopf- oder Rückenschmerzen, Hüftblockierungen, Verdauungsbeschwerden, Rippenblockaden oder Knieschmerzen sein.

Sollte es an einer dieser Verbindungen liegen, so kann es schwierig sein, auf die richtige Fährte zu kommen. Denn der Weg vom Mundraum zur Hüfte ist sehr weit.
Daher empfiehlt es sich, bei Beschwerden, die kaum auf lokale Behandlungstechniken reagieren, den Mundraum mit den Kiefergelenken zu überprüfen.
Dies kann eine effektive Methode bei bisher therapieresistenten Beschwerden bieten.

Das Schläfenbein bildet nicht nur das Kiefergelenk mit, sondern beinhaltet auch das Ohr mit Innenohr und Gleichgewichtsorgan. Durch diese lokale Nähe können Spannungen am Kiefergelenk ebenfalls einen Einflussfaktor bei Schwindel oder Tinnitus bilden.

Ebenfalls sehr interessant sind die Zähne. Bei nicht optimal sitzenden Füllungen, Kronen oder Zahnersatz kann die weiter oben beschriebene Kette aktiviert werden, wodurch es zu Beschwerden im restlichen Körper kommen kann.
Die Zähne selbst können aber auch Projektionsfläche für Triggerpunkte der Kaumuskulatur oder Organspannungen sein. Als fühlbares Symptom zeigen sich hier Zahnschmerzen, zu denen Zahnärzte keine Ursache (z.B. ein durch Karies bedingtes Loch) finden können.

Verschiedenen Zähnen sind dabei verschiedenen Organe zugeordnet, so dass abhängig davon, welcher Zahn schmerzt, direkt der Organbereich mituntersucht werden kann. Dies kann eine wirksame Möglichkeit sein Zahnschmerzen zu behandeln, sollte aber erst nach einer zahnärztlichen Untersuchung angewendet werden.

Daher gilt bei Zahnbeschwerden:

  1. Zum Zahnarzt gehen
  2. Triggerpunkte der Kaumuskulatur untersuchen und behandeln
  3. Mögliche Organzusammenhänge untersuchen und behandeln.

Der Mundraum ist also viel mehr, als nur der Eingang für unsere Nahrung. Er steht komplex mit dem restlichen Körper in Verbindung und kann eine wichtige Spannungsquelle darstellen. Falls ihr Fragen zu diesem Thema habt, meldet euch gerne bei mir.

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Dieser Artikel wurde von Marco Asmussen verfasst.

Falls Sie Fragen zu diesem Artikel oder sonstige Anliegen haben, kontaktieren Sie mich gerne.